Gastronomie Konzept

Gastronomiekonzept als Vorlage

Vor kurzer Zeit wurde ich angefragt, wie ein Gastronomiekonzept entsteht. Ein Gastronom benötige dringend ein solches Konzept, um die Zusage zu einer Mietlokalität zu erhalten.

Grundsätzlich ist es so, dass ein Konzept für verschiedene Leser geschrieben wird. Somit ist der Aufbau des geschriebenen Konzepts und wesentlich deren Kernaussagen, nach Bedürfnissen unterschiedlich. Es geht also darum, den Adressaten des Konzepts zu überzeugen. Es kann natürlich auch sein, dass wir uns selber ein Konzept schreiben, damit wir eine Guideline für unsere gastronomische Idee haben. Doch das geschieht in der Regel nur selten.

Meistens schreiben wir ein gastronomisches Konzept für den Geldgeber und die Banken. Diese wollen wissen, wie ertragreich das Konzept eingestuft wird. Wie realistisch wird die Rendite eingestuft und wann bekommen sie ihren Einsatz (= Investition) zurück. In diesem Fall wird das Konzept oft als Businessplan bezeichnet. Oft wird ein Konzept auch gebraucht um eine Lokalität zu mieten. Der Vermieter möchte das Konzept, die Menschen und die Idee dahinter kennenlernen. Der Aufbau ist entsprechend zu wählen.

Schreiben Sie ein Konzept, wird es wohl kein richtig oder falsch geben. Ein Konzept, insbesondere dann wenn es darum geht bei einem Partner zu überzeugen um eine Gegenleistung zu erhalten (zB. Fremdkapital oder ein Mietverhältnis), geht es in erster Linie darum, dass Sie Ihre Idee und Ihre Professionalität überzeugend platzieren können. Der Leser möchte sehen, dass er mit Ihnen kein Risiko eingeht. Ein geschriebenes Konzept ist kein vollgestopftes Buch, sondern eine auf das Wesentliche zusammengeschriebene Bewerbung.

Business resume – griffig und kurz auf den Punkt bringen

Es hat sich eingespielt, dass ein Businesskonzept einen logischen Aufbau hat. Beginnend mit einem kurzen Resume, bzw. dem executive summary Ihrer Idee. Nennen Sie dort den konzeptionellen Inhalt. Das Produkt, die Dienstleistung, die Zielgruppe und das Warum. Das könnte eine kurze Analyse der Umgebung sein, ein bestehendes Bedürfnis das durch Ihre Idee befriedigt wird oder das Zusammenwirken eines Partners der an dem beschriebenen Standort bereits erfolgreich ist. Bedenken Sie, dass Sie im Resume den ersten Eindruck Ihrer geschäftlichen Idee zeigen. Es muss Ihnen in kurzen Sätzen gelingen zu überzeugen. Ihr executive summary muss griffig, knackig und kurzweilig sein. Details zum Konzept, der Produkte, den wichtigsten Prozessen und das Budget folgen erst danach.

Schreiben Sie das Konzept für die Banken oder einen Geldgeber, sollte dies natürlich den Fokus auf Finanzen weisen. Geht es dabei darum eine Lokalität zu mieten, dann legen Sie den Fokus auf den Geschäftemix der Umgebung bzw. Ihrer kreativen Businessidee.

Detaillierter Inhalt – Überzeugen Sie mit Kompetenz

Widmen Sie sich Ihrem resume unbedingt ausreichend. Dann gehen Sie zum detaillierten Inhalt. Wie Sie diesen aufbauen bleibt Ihnen überlassen. Versuchen Sie aber auch im Detail auf das Bedürfnis des Adressaten einzugehen. Geldgeber wollen das Risiko minim halten, ihre Zinsen möglichst lange erhalten und das Investment nach einer definierten Zeit zurück bekommen. Natürlich wollen auch die Vermieter das Risiko eines Scheiterns mit Ihnen als Mieter minimieren und wählen daher den kompetent wirkenden Gastronomen aus, doch Vermieter kümmern sich auch um einen guten Geschäftemix der angrenzenden Geschäftslokalen. Somit wird ein asiatisches Konzept kaum einen Mietvertrag bekommen, wenn bereits einige asiatische Foodstores in der Nähe betrieben werden.

Wird das Konzept für den Geldgeber erstellt, priorisieren Sie Rechtsform, Bilanz, Erfolgsrechnungen (Budget) und Investment. Eine mögliche Gliederung des konzeptionellen Inhalts wäre:

  • Vision und Beweggründe
  • Ihre Produkte, Ihre Dienstleistung und geplante Preispolitik
  • Analysen, Standort, Mitbewerber
  • Ihre Zielkunden
  • Die geplanten Öffnungszeiten
  • Raumplanung und Sitzplatzkonzept
  • Die Abläufe (Anlieferung, Produktion, Entsorgung)
  • Mitarbeiterpolitik
  • Kommunikation und Werbung (Vermarktung Ihrer Produkte)
  • Äusseres Erscheinungsbild (Farben, Formen, äussere Beleuchtung, Architektenbilder)
  • Lärm- und Emissionskonzept

 

  • Die Rechtsform Ihrer Unternehmung
  • Bilanz und Budget für die folgenden 3 Jahre (best, realistic & worst Szenarien)
  • Geplantes Investment (Materialpark, Umbauten)
  • Architekten und sonstige Partner während dem Umbau und Instandstellung
  • Geplante Lieferanten (Synergien)
  • Evtl. abgeschlossene Versicherungen
  • Etwas über Sie selbst (CV, Ausbildungen, Diplome, Erfahrungen etc.)
  • Sonstiges und Schlusswort (evtl. Referenzen und Presseberichte bestehender Betriebe)

*Aufführung nicht abschliessend.

Bei Ausschreibungen für Mietobjekte stellt der Vermieter an den Mieter oft die Frage nach einem möglichen Mietzinsangebot. Der Mieter offeriert also schon bei der Ausschreibung einen Mietzins welcher er für die zu vermietende Lokalität bereit ist zu bezahlen. Diese Strategie ist für den Mieter sehr risikoreich, da die Umsatzerträge im Vorhinein möglichst genau kalkuliert werden müssen. Ein späteres Fiasko trägt der Mieter, da er sich meist für 5 Jahre dem Mietzins verpflichtet. Offerieren Sie bei der Ausschreibung einen zu tiefen Mietzins, weil Sie das Risiko eines Scheiterns reduzieren wollen, verlieren Sie womöglich die Ausschreibung an einen Mitbewerber der einen besseren Mietzins bereit ist zu bezahlen. Es ist ratsam den Mietzins mit dem „worst-case“ Szenario mit etwa 8-10 % des möglichen Umsatzes zu definieren. Auch wenn Sie es dadurch riskieren, die Ausschreibung zu verlieren. Sie sollten dann das Konzept mit äussersten Sorgfalt planen und erstellen, damit Sie durch Professionalität überzeugen.

Hier können Sie eine Word-Vorlage downloaden.

 

Mit Stolz bekenne ich mich, ein leidenschaftlicher Gastronom mit Blick für Mögliches zu sein. Als Visionär mit Bodenhaftung. Die Gastrobranche ist meine Heimat. Mit Freude gebe ich meine Erfahrung in diesem Blog weiter.