Meist sind es Emotionen, die richtig teuer werden.

Emotionales Restaurantmarketing

Neuromarketing ist ein neues Teilgebiet des Marketings. Es befasst sich mit der psychologischen Wirkung, die zum Beispiel bei einer Werbebotschaft beim Konsumenten einen Kaufentscheid auslöst. Kaufentscheide werden meist auf emotionaler Ebene gefällt. Da wir in der Gastronomiebranche rationale Produkte in emotionaler Atmosphäre verkaufen, bietet sich Neuromarketing geradezu an. Einfach ausgedrückt geht es beim Werben mit Neuromarketing nicht um das Produkt, sondern um den emotionalen Grund, also um den Auslöser, der den Kaufwunsch hervorruft. Ein gutes Beispiel, die bekannte amerikanische Cola Brause. Ob Weihnachtsmann, Cola Truck oder die Werbung mit dem sexy Fensterputzer; es geht nicht primär um den Geschmack des Getränks, sondern um das Erlebnis beim Verzehr des Produkts. Warum kaufen Kunden eher das Fleisch von der Frischetheke anstelle der hygienisch verpackten Fleischstücke im Vakuumbeutel? Auch die Eier, die täglich von Hand in den naturbezogenen Korb zur Präsentation umgelegt werden, wirken auf den Kunden frischer, als die Eier aus dem hygienisch korrekten Eierkarton. Die gezeigte Werbung versucht, unsere Urinstinkte zu wecken. Ansprechende Fotos mit natürlichen Lebensmitteln suggerieren den perfekten Genuss bei der Konsumation. Auf der Verpackung werden frische Erdbeeren abgebildet, obwohl nur künstliche Aromen verarbeitet werden. Ein Fleischproduzent wirbt bei seinen Wurstspezialitäten mit traditioneller Verarbeitung von Hand und Reifung in natürlicher Landluft, wobei jeder weiß, dass billige Massenware nur in Fabriken produziert werden kann. Weit weg von der Realität. Menschen sind sehr einfach zu manipulieren. Urprogramme aus dem Reptilienhirn überstimmen das logische Denken. Die ausgelegten Eier oder die Wurst, die über offenem Feuer geräuchert wird, wirken abenteuerlich und erwecken einen besseren Geschmack. So steht plötzlich nicht mehr das rationale Produkt im Vordergrund, sondern das emotionale Erlebnis beim Verzehr.

Neuromarketing in der Gastroniomie
Wie funktioniert Neuromarketing?
Marketingprofis sind überzeugt, dass eine emotionale Bindung zwischen Produkt und Abenteuer den Marktwert wesentlich bestimmt. Nicht der tatsächliche Geschmack oder die Qualität des Produkts ist entscheidend. Gäste kaufen nicht Essen und Trinken, sondern Erlebnis, Emotionen und Abenteuer. Für den Gastronomen gilt, nicht Qualität, sondern Gefühle die ein Produkt beim Verzehr auslöst, zu verkaufen. Die Alpenwoche, die an die letzte Wanderung erinnert, den frischen Mojito an den schönen Strandurlaub oder das knackige Gemüse aus dem Garten. Die Werbebotschaft aktiviert unseren Urinstinkt und überstimmt unser rationales Denken. Werbung muss dieses nur aktivieren, denn unser Kaufverhalten wird im Wesentlichen aus 3 Urprogrammen bestimmt.

Neuromarketing in der Gastronoimie
(Grafik: Rittweger-Team, Ehrfurt)
Somit ist es nicht verwunderlich, wenn erfolgreiche Werbung auf diese Urprogramme zielt. Schönheit, Attraktivität, Macht und Erlebnis sind für Werber favorisierte Themen. Auch in der Gastronomie sollten diese Assoziationen für Werbezwecke aufgegriffen werden. Vor allem das Urprogramm „Stimulanz“ bietet hier großen Spielraum für (Werbe-) Kreativität. Bieten Sie Ihren Gästen nicht einfach leckeres Essen und Trinken an. Setzen Sie Ihre Produkte erlebnisreich in Szene. Dazu gehören eine echte Frischeküche, wahrhaftige saisonale Zutaten, die womöglich vom lokalen Bauern bezogen werden oder „bolt flavor“ angeregte Speisen. Neben der Inszenierung Ihres F&B Angebots, gehören auch spannende Präsentationen Ihres Entertainmentprogramms zu den „must do‘s“. Überlegen Sie sich ganz bewusst, welche Events Sie Ihren Gästen zum Thema Abwechslung, Nervenkitzel, Spannung und Erlebnis anbieten können.

Quellennachweis: Mehr Erfolg in der Gastronomie, von Eaven Stoller. Mit freundlicher Genehmigung von édition gastronomique. 

Titel-Zitat: M.M. Jung

Mit Stolz bekenne ich mich, ein leidenschaftlicher Gastronom mit Blick für Mögliches zu sein. Als Visionär mit Bodenhaftung. Die Gastrobranche ist meine Heimat. Mit Freude gebe ich meine Erfahrung in diesem Blog weiter.